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Mittwoch, 27. Juli 2011

Operation Pay Pal

By Michael Sauers [CC-BY-2.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/2.0)],
via Wikimedia
Anonymous neue Aktion.

Anonymous ist derzeit sehr umtriebig. Nachdem die Hacker-Gruppe gestern einen viel beachteten Aufruf zur Verfälschung des Manifests von Anders Breivik startete, sorgt sie heute für Schlagzeilen in dem sie zum Boykott des Finanzdienstleisters Pay Pal aufruft.

Offensichtlich hat dieser Aufruf auch Erfolg. Inoffiziellen Quellen aus dem Unternehmen zufolge haben bereits 20.000 Kunden ihre Konten gelöscht. Wie bedrohlich dies für Pay Pal ist, zeigt sich in der Reaktion des Unternehmens. Diese fiel wenig souverän aus. Kurzerhand löschte das Unternehmen die Möglichkeit, das Konto online zu schließen. Dies ist seit heute nur noch über die Telefonhotline möglich.

Auslöser des Boykottaufrufs gegen Pay Pal ist, dass die Gelder für Wikileaks, die seit dem Frühjahr eingefroren sind, immer noch nicht freigegeben wurden. Hinzu kommen die, nach Meinung der Beteiligten, viel zu hohen Strafen, der vor wenigen Tagen festgenommenen Aktivisten.

Dies erklärt jedoch noch nicht den offensichtlich großen Erfolg der Aktion. Dieser liegt wohl eher in dem wenig kundenfreundlichen Vorgehen des Finanzdienstleisters Pay Pal. So kommt es immer wieder vor, dass Gelder, für Kunden nicht nachvollziehbar eingefroren werden.

Auch das Quasimonopol des Bezahldienstes Pay Pal auf der Auktionsplattform eBay ist vielen Nutzern ein Dorn im Auge. Dort kommt man mittlerweile kaum noch umhin, auf den Service von Pay Pal zurückzugreifen. Eine echte Wahl haben die Kunden dort nicht.

Wie bedrohlich diese Aktion für Pay Pal und dessen Mutterkonzern eBay tatsächlich sein kann, zeigt die Kursentwicklung am Mittwoch den 27.7.2011. Zur Handelsstart verlor eBay bis zu 3 % seines Wertes. Diese Verluste liegen deutlich über den Verlusten der Nasdaq an diesem Tag.

Zeigt die Aktion von Anonymous tatsächlich Wirkung, so wäre es das 1. Mal, dass ein Unternehmen, das einer Bank sehr ähnlich ist, durch „zivilen Ungehorsam“ zum Nachgeben gezwungen würde. Dies hätte kaum absehbare Auswirkungen. Allerdings ist auch davon auszugehen, dass dieser Umstand den Lobbyisten in Berlin auch bekannt sein dürfte. Von daher ist davon auszugehen dass auch dort erheblicher Handlungsbedarf gegeben sein dürfte.

Es bleibt also abzuwarten, ob Anonymous mit dieser Aktion tatsächlich langfristig etwas bewirkt.

Freitag, 1. Juli 2011

Google+ - das neue Spielzeug der Netzgemeinde

Oder warum es jetzt schon das bessere Facebook ist.

Ich war heute Nacht echt positiv überrascht. Google+ ist schon auf den ersten Click deutlich besser als Facebook. Doch der Reihe nach. Das Profil auf Google+ ist schnell angelegt. Profilbild hochgeladen, ein paar persönliche Angaben und schwupp ist man drin.

Auf den ersten Blick ist die Aufmachung so ähnlich wie die von Facebook. Man hat in der Mitte einen Stream, vergleichbar mit der Pinnwand von Facebook. Hier erscheinen die Beiträge der Leute deiner Circles. So weit so gut.

Gleich auf der Hauptseite kann man per Mausclick einen Chat oder einen Hangout starten. Ein Hangout ist quasi ein Videochat.

Eigentlich erinnert der Hauptbildschirm sehr an Facebook. Doch weit gefehlt. Die Unterscheide sind entscheidend und liegen im Detail

Bei Facebook sendet man so genannte Freundschaftsaanfragen, die von den Personen bestätigt werden müssen. Hier ist Google+ eine Mischung zwischen Facebook und Twitter. Neue Kontakte kann man bei Google+ einfach per Mausclick zu einem seiner Circle (oder Gruppen) hinzufügen. Ist dies geschehen, bekommt man automatisch die allgemeinen Posts der Person. Man folgt ihr ähnlich wie auf Twitter. Man hat jederzeit die Möglichkeit, unerwünschte Follower zu blocken.

Man kann auch zusätzlich noch Personen in die Circles aufnehmen, die nicht in Google+ sind. Die bekommen dann jeden Post der Gruppe per mail und können per Mausclick Mitglied werden.

Eine „Freundschaft“, vergleichbar mit der von Facebook entsteht, wenn man von seinem Kontakt auch zu einem Circle hinzugefügt wird. Erst dann kann der Kontakt deine Posts lesen. Der absolute Vorteil von Google+ ist, dass die Kontakte Gruppen bzw. so genannte Circlen zugeordnet werden. Bei jedem Post muss man angeben, welcher Circle ihn sehen darf. So kann man seine Posts steuern.

Des Weiteren ist es möglich, sich die Streams von allen Circles getrennt anzusehen. So ist man von der tausendsten Spielemeldung der Gamingfreunde verschont, wenn man dies will. Apropos. Die ersten Spiele sind wohl schon in den Startlöchern.

Um Nachrichten zu bekommen, kann man so genannte Sparks anlegen und per Click alle relevanten Nachrichten zu einem Thema abrufen.

Selbstverständlich fehlen auch einige Funktionen nur auf den ersten Blick. Es ist keine Möglichkeit vorgesehen, PM zu versenden. Warum auch? Es gibt ja Google Mail und die Events kann man im Kalender verwalten.

Auch an den der Like Button ist gedacht, es ist nur der +1 Button. Dieser hat im Gegensatz zum Like Button Facebooks mehr Auswirkungen als dem Betreiber Daten über seine Vorlieben zu vermitteln und dann im Nirvana der Pinnwand zu verschwinden. Sie beeinflussen die Suchergebnisse. Da die Markierungen permanent sind, haben sie auch echte Aussagekraft für mich. Bemerke ich einen Beitrag über Software der von meinem Freund, einem IT Fachmann +1 wurde, so ist es wahrscheinlich, dass der Artikel auch was taugt.

Auch für die Datenkraken-Bedenkenträger bietet Google+ einen kleinen Vorteil. Facebook verdient Geld mit dem Verkauf von Daten. Google hat da eine andere Strategie. Google verdient Geld mit Werbung. Je spezifischer die Werbung an den Kunde gebracht werden kann, desto teurer kann sie auch verkauft werden. Hier liegt der entscheidende Unterschied. Für Google sind die persönlichen Kundendaten der wertvollste Besitz. Den werden sie sicher nicht einfach verkaufen. Dennoch sollte man sich überlegen, welche Daten man von sich preis gibt.

Alles in Allem finde ich Google+ eine durchdachte runde Sache mit einem echten Mehrwert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Google+ eine echte Alternative zu Facebook sein wird.

Und um dann mal ganz klar den Sinn von Google+ zu veranschaulichen:


Kleine Infografik für alle, die Google+ immer noch nicht vers... on Twitpic Wofür die Kreise von Google+ tatsächlich stehen... on Twitpic

Quelle: @derbulo

Office 365

Oder Office wird Wölkchen und die Daten lösen sich auf.

Seit Dienstag den 28.06.11 bietet Microsoft sein Office als Webanwendung oder als so genannte Cloud-Anwendung an. Konkret bedeutet dies, dass die Office Software auf Servern läuft und man von jedem beliebigen Rechner auf seine Daten zugreifen kann.

Eigentlich, dachte ich, klingt das richtig praktisch. Für nur EUR 5,95 monatlich habe ich ein vollständiges Office Paket, kann von jedem Rechner arbeiten und habe meine Daten überall abrufbar. Die Zusammenarbeit mit Kollegen, Mitarbeitern oder Freunden kann deutlich gestrafft werden.

Kurz, das Office 365 Paket war fast schon gebucht. Doch dann erschien dieser Artikel: heise online - US-Behörden dürfen auf europäische Cloud-Daten zugreifen http://bit.ly/mgnDL4

Auf die Frage, ob er zusichern könne, dass die auf den Servern gespeicherten Daten niemals Europa verlassen würden, sagte Gordon Fraser der Direktor von Microsoft England, dass er das nicht garantieren könne.

Da Microsoft den Firmensitz in den USA hat, ist Microsoft verpflichtet, sich an geltendes US-Recht zu halten. Nach der Patriot Act ist es den US Strafverfolgungsbehörden erlaubt, die Daten einzusehen. Das geht sogar so weit, dass die Behörden Microsoft verbieten können, die Kunden über die Weitergabe von Daten zu informieren.

Nun, es ist unwahrscheinlich, dass die USA nun plötzlich Interesse an ausgerechnet meinen Daten entwickeln könnte, allerdings ist die Tatsache, dass die Weitergabe von Daten so leicht möglich ist, höchst besorgniserregend. Allein diese Tatsache könnte ein herber Rückschlag für das Geschäft von Microsoft mit Office 365.