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Montag, 5. Dezember 2011

A change or a CHANGE?

Gerade eben auf youtube entdeckt. Ohne Worte und doch berührend.

Aus der Rubrik 10 Minuten, die sich lohnen.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Neo-Nazis im Netz – munter am Hetzen

Auch nach dem Auffliegen der Terrorzelle von Zwickau bedrohen Nazis immer noch ihre Gegner offen.

Am 30.11.2011 wurde von der bekannten rechten Hetzseite Altermedia indirekt zum Mord an Dieter Graumann aufgerufen. Dabei ist der Betreiber mehrfach wegen diverser Straftaten im bereich Volksverhetzung, Aufforderung zu einer Straftat etc. verurteilt worden. Seit Oktober ist er sogar zu 2,5 Jahren Haft verurteilt worden. Bisher musste er die nur noch nicht antreten.

Da fragt sich der geneigte Beobachter, wer hat da schon wieder gepennt, dass so etwas in Deutschland möglich ist?

Da ist es wenig beruhigend, dass das Innenministerium die Naziseiten im Netz „stringent“ beobachten will. Das tat der Verfassungsschutz mit seinen V-Leuten auch. Wann folgen der Beobachtung denn endlich Taten?

Einer Krähe hackt der Anderen kein Auge aus

Kommentar zur Pressekonferenz der Bundesanwaltschaft


Den Bericht zur Pressekonferenz findet ihr hier.

Dass die Achtziger Jahre wieder modern sind, hat sich ja rumgesprochen. Aber muss man es denn gleich übertreiben? Auf der Pressekonferenz der Bundesanwaltschaft zu den Morden des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU)fühlte man sich in die guten alten Zeiten der RAF Terroristenjagd zurückversetzt. Da saßen im Vordergrund ein paar honorige ältere Herren, die beflissentlich bemüht waren, professionelle Betroffenheit zu zeigen. Um den Retrolook vollständig zu machen, wurden Waffen gezeigt und ein Fahndungsplakat präsentiert. Da fällt Einem unwillkürlich die Frage ein: Wo wollen sie das wohl aufhängen, es gibt ja keine Postämter mehr?



Die Pressekonferenz wurde eine knappe Stunde übertragen und im wesentlichen war man bemüht, nichts Neues zu sagen, und die Gefahren herunter zu spielen. Die Einzige Neuigkeit war, dass man nun die Bevölkerung um Mithilfe bittet, bei der Aufklärung von Morden, die schon Jahre zurück liegen.



Selbstverständlich konnte man zu einer Beteiligung des Verfassungsschutzes keine Angaben machen, da müsse man schließlich den VS selbst fragen.



Ob die Zschäpe irgendwann mal Mitarbeiterin des VS gewesen sei? Nein darüber liegen keine Erkenntnisse vor.



Die Ermittlungen in den Dönermorden seien mit einer Akribie geführt worden, die der Präsident des BKA, Zierke, in seiner beruflichen Laufbahn noch nicht gesehen habe. Oh je, dass lässt Schlimmes erahnen. Insbesondere die Aussage, dass die Phantombilder nach dem Bombenanschlag in Köln seien mit den Fahndungsfotos von den Bombenbauern von Jena abgeglichen worden. Dabei wurde keine Ähnlichkeit festgestellt, so Zierke, will ihm so recht niemand glauben.



Und sonst? Eine erhöhte Gefahr wurde verharmlost, gar ausgeschlossen. Die Erfahrungen mit der RAF lassen Anderes befürchten. Immerhin hat unser Staat nach Außen kund getan, dass es möglich ist, ca. 30 schwere Straftaten zu begehen und dabei 13 Jahre unbehelligt in Deutschland zu leben. Wenn das keine Einladung für Nachahmer ist.



Ach stimmt. Selbstverständlich wollte man die Opfer der Dönermorde nicht kriminalisieren, aber, da es keine Hinweise auf einen rechtsradikalen Hintergrund gab, wurden die Ermittlungen auf alle Bereiche ausgedehnt. Dabei kam nun leider heraus, dass einige Opfer vielleicht doch ein wenig kriminell hätten sein können. So wurden Rauschgiftanhaftungen in einem PKW gefunden, es gint um Streckmittel. Einer war gar mal Zeuge eines Totschlags, da wird doch der Verdacht erlaubt sein!



In Kurzform: Die Polizei hat keine Fehler gemacht, beim Verfassungsschutz, weiß man es nicht so genau, aber bitte, da ist ja alles so geheim. Und überhaupt, bei den begangenen Morden im Vorfeld einen Zusammenhang zu sehen, ist ja doch ein wenig viel verlangt. Im Nachhinein ist das ja ganz leicht.



Irgendwie fühle ich mich jetzt auch schon viel sicherer, ihr nicht?

Mittwoch, 30. November 2011

Deutsche Behörden angeblich in Polizistenmord von Heilbronn verwickelt

Am 30.11.2011 meldete der Stern, das nach einem internen Bericht der US-Geheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA) Mitarbeiter des Verfassungsschutz (VS) am Polizistenmord von Heilbronn sogar beteiligt gewesen sein sollen.

Dies geht aus einem Überwachungsprotokoll der DIA hervor. In ihm heisst es wörtlich: "SHOOTING INCIDENT INVOLVING BW OPS OFFICER WITH RIGHT WING OPERATIVES AND REGULAR POLICE PATROL ON THE SCENE" Es gab also einen Zwischenfall mit Schusswaffen, der Stern übersetzt „Schießerei“, in den ein Agent von Baden Württemberg, sowie Rechtsradikalen und einer regulären Polizeistreife, beteiligt gewesen seien.

Noch am gleichen Tag dementierten der Verfassungsschutz Ba.-Wü. und Bayern eine Beteiligung eines Beamten. Nach einem Bericht des Spiegels äußerten sich die Ämter wie folgt: "Mitarbeiter des Landesamtes waren nicht Teilnehmer einer angeblich vom US-Militärgeheimdienst 'Defense Intelligence Agency' am 25. April 2007 in Heilbronn durchgeführten Observation und auch nicht Zeugen des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter auf der Theresienwiese"

Sollte sich der Bericht jedoch bewahrheiten, so wirft das ein völlig neues Licht auf die Vorgänge in und um den Verfassungsschutz. Dann wären nämlich deutsche Behörden direkt in den Mord verwickelt „involved“, oder zumindest Zeuge eines Mordes, ohne dies auszusagen.

Weiterhin gelang es, den beobachtenden amerikanischen Agenten festzustellen, dass Rechtsradikale in den Mordanschlag verwickelt waren. Wie ist das möglich, entging dieses Detail doch den ermittelnden deutschen Behörden. Sollte sich dieser Bericht bewahrheiten, müsste dies das Ende des deutschen Verfassungsschutzes, so wie wir ihn kennen, bedeuten.

Ein Brief an Bundesinnenminister Friedrich

Lieber IM Friedrich,

eine Frage vorweg: Wir hier im Internet duzen alle, auch Euch von der realen Welt. Dir ist es doch bestimmt recht, wenn ich Dich IM nenne?

Also, lieber IM, ich schreibe Dir den Brief, weil ich Dir helfen will. Du, armer IM, musstest mal wieder eine Rede halten, von einem Thema, von dem Du so überhaupt keine Ahnung hast, nämlich dem Internet. Lieber IM, es ist schön, dass Du Dich mit Themen beschäftigst, die Dir echt nicht liegen. Das bildet und erweitert den Horizont und tut Dir bestimmt gut. Aber, lieber IM, es war ganz bestimmt noch ein wenig zu früh für eine Rede über das Thema.

Ich erklär Dir das mal mit dem Internet. Also, lieber IM, das Internet ist nicht von der realen Welt zu unterscheiden. Es ist Teil der realen Welt. Das merkst Du daran, dass wenn Du dummes Zeug redest, im Netz ganz real über Dich hergezogen wird. Das nennt man dann Shitstorm. Du kennst den Begriff nicht? Ganz einfach, stell Dir vor, Du verwechselst Klo und Ventilator...

Glaubst nicht? Dann guck doch mal bei Twitter rein. Vielleicht findest Du da sogar Freunde.

Kuck mal, lieber IM, da hat jemand die böse Frage gestellt, wie Du das mit dem Internet hältst. Und Du hast, herrlich naiv, geantwortet, Du seist bei Facebook und hättest Google. Und das, lieber IM, nimmt die Netzgemeinde zum Anlass beißenden Spotts.

Du fragst Dich warum? Ich erklärs mal so: Früher in der guten alten, realen, analogen Welt, wäre es wahrscheinlich niemandem aufgefallen, dass Du
a) Google und Google+ verwechselt hast und
b) als Oberdatenschutzbesorgter grade bei denen gelandet bist, die so ohne jegliche Rücksicht Nutzerdaten ausspähen.

Die paar Anwesenden hätten artig geklatscht. Und die Reporter hätten es entweder nicht mitgekriegt, oder nicht schreiben dürfen.

Heute, in der realen, digitalen Welt, wurden Deine, zweifellos analogen Worte, per Livestream, das ist so was wie Fernsehen im Netz, in eben jenes übertragen. Da saß dann jemand, der hat Dir ganz genau zugehört. Schlimm, ne? Seid Ihr nämlich nicht gewohnt. Und der hat gemerkt, was für ein saudummes Zeug Du da verzapfst. Der hat auch nichts Besseres zu tun als das gleich breitzutreten. Und so, lieber IM, hast Du es geschafft, Dich ein weiteres Mal im Netz lächerlich zu machen. Nicht schlimm, meinst du? Warte mal ab, auch wenn Eure Stimmzettel analog sind, können wir damit umgehen.

Deshalb, lieber IM, und nun komme ich zum eigentlichen Grund meines Briefes, hier ein Tipp. Nimm doch das Internet und all jene, die darin täglich bloggen, twittern, schreiben und arbeiten ein wenig ernster. Falls Du nun mit einigen Begriffen nichts anfangen kannst, Du hast ja google, der sagt es Dir, oder frag den @peteraltmaier, der hats verstanden. Du könntest damit anfangen, dass Du das Internet für Dich nutzt. Dann hättest du auch gewusst, dass man bei gefährlichen Webseiten, die man verbieten muss, heute nicht mehr die bösen Islamisten bemühen muss. Wir haben jetzt nämlich echte Naziseiten, die auch noch zu Terror aufrufen. Die kann man ruhig auch verbieten.

In der Hoffnung, Dir ein wenig geholfen zu haben,
Dein
Herb Flintstone

Dienstag, 29. November 2011

Vorläufige Verletztenzahlen der Castor Proteste 2011


Quelle: BI Lüchow – Dannenberg


Wie in jedem Jahr, kamen auch diese Jahr wieder Demonstranten, aber auch Polizisten zu schaden. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Sani-Zentrale versorgen gemeinsam mit den Rettungskräften verletzte Personen. Daher sind die hier genannten Zahlen nicht vollständig.



Quelle Ruhr-Nachrichten, Foto: Julian Stratenschulte

Insgesamt wurden von den Helfern der Sani-Zentrale 355 Verletze betreut. Hiervon waren 5 Personen schwer verletzt. Diese vor Allem durch Kopfverletzungen durch Schlagstockeinsatz sowie eine Person mit Verdacht auf Wirbelsäulenfraktur. Ein Drittel der Verletzungen waren auf OC Einsatz, dem so genannten Pfefferspray zurückzuführen, der Rest war vornehmlich auf Schlagstockeinsatz zurückzuführen. Eine Person wurde von einem Polizeipferd überrannt, einer Person wurde ein Zahn ausgeschlagen.



Zusammenarbeit mit der Polizei



Im Vorfeld gab es Absprachen zwischen Landkreis, Polizeiführung und Sani-Zentrale, dank derer sich die Helfer häufig frei bewegen konnten. Allerdings gelang dies oftmals erst nach Intervention durch die Einsatzzentrale.



In mehreren Fällen wurden Helfer nicht durchgelassen, insbesondere beim Straßentransport wurde die Arbeit teilweise erheblich behindert. Das Sanitätslager in Lasse wurde von der Polizei regelrecht gestürmt, Helfer angegriffen, geschlagen und beleidigt.



Außerdem kam es in mehreren Fällen zu tätlichen Angriffen mittels OC Spray und in einem Fall mit einem Schlagstock.

Die Helfer der Sani-Zentrale leisteten auch verletzten Polizisten erste Hilfe. Dies waren in erster Linie Polizisten, die durch unsachgemäßen Gebrauch von OC Spray verletzt wurden, sowie ca. 10 Fälle von akuten Erschöpfungszuständen.


Bilanz


Insgesamt ist die Zahl der Verletzten erschreckend hoch. Da ein Großteil der Verletzungen durch den gebrauch von OC-Spray und Schlagstöcke verursacht wurde, hätte die Zahl der Verletzten ohne die Anwendung dieser Gewaltmittel deutlich reduziert werden können.



Untragbar ist, dass freiwillige Helfer bei ihren Einsätzen nicht nur behindert, sondern auch verletzt wurden.

Sonntag, 27. November 2011

Kletteraktivistin Cécile Lecomte - Fakten


Ein paar Fakten zu "Eichhörnchen":


  • ehemalige Französische Meisterin im Sportklettern,
  • hat nun Rheuma und macht trotzdem diese Aktionen,
  • wollte Lehrerin werden und durfte nicht,
  • ist jetzt Berufsaktivistin,
  • ist Vollprofi und weiß genau, was sie tut,
  • hat sich mit dem Polizeipräsidenten von Lüneburg angelegt und wird deshalb bei Castortransporten erstmal weggeschlossen,
  • sitzt nach ihrer ersten Aktion beim laufenden Transport in der JVA

Hier das vollständige Portrait:


Update 28.11.11: Nach einer unbestätigten Twittermeldung wird Cécile Lecomte immer noch in Einzelhaft gehalten. Dringend benötigte Medikamente (für ihre Rheumaerkrankung) werden ihr vorenthalten. - Ob das auch der Gefahrenabwehr und der Vorbeugung dient?

Samstag, 26. November 2011

Polizei aus Baden Württemberg in Gorleben

Ganz engagiert zeigten sich unsere Ordnungshüter aus dem Ländle in Gorleben. Motiviert bis unter die Helmkrause wird da munter drauflosgeknüppelt.



Man beachte den Totschläger (Teleskopschlagstock) in der Hand des Herrn rechts vorne.



Die trainieren doch nicht etwa für Stuttgart, wenn am 27.11.11 Die Volksabstimmung in die Hose geht?

Ein Einzelfall? Na wohl eher nicht:


Beeindruckend, die Jungs sind ja dann wirklich fit.

Freitag, 25. November 2011

Emissionen der Castoren

Am 25.11.2011 erreichte der vorerst letzte Atommülltransport aus Frankreich Deutschland. Demonstranten, aber vor Allem Polizisten, setzten sich den Emissionen der Behälter über Stunden schutzlos aus. Grund genug, zu fragen, was strahlt denn da so?

Copyright: Patrick Tschudin
Inhalt der Castoren


Der aktuelle Castor-Transport stammt aus einer französischen Wiederaufbereitungsanlage und enthält hochradioaktive Abfälle, die bei der Aufbereitung abgebrannter Kernelemente angefallen sind.


Bei der Wiederaufbereitung der Kernbrennstäbe werden die hochradioaktiven Brennstäbe aufgesägt. Die darin enthaltenen Brennstoffkugeln werden entnommen. Aus ihnen wird mittels chemischen Lösungsverfahren das unverbrauchte Uran, sowie das, bei der Kettenreaktion entstandene Plutonium, herausgelöst und weiter verarbeitet.


Bei diesem Prozess entsteht eine Menge hoch radioaktiver flüssiger Abfall. Da Flüssigkeiten viel aufwändiger zu handhaben sind, als Feststoffe, wird dieser Flüssigmüll vor der Lagerung weiterverarbeitet.


Das Kernforschungszentrum Karlsruhe betrieb eine solche Wiederaufbereitungsanlage zu „Forschungszwecken“. Die dort angefallenen Flüssigabfälle wurden wie folgt behandelt. Es ist davon auszugehen, dass das die französischen Kollegen ähnlich handhaben.

Zunächst wurde das Volumen reduziert, indem das Wasser aus dem Abfall verdampft wurde. Es entstand eine hochaktive, hoch konzentrierte Brühe, die eine Strahlung von 10 hoch 18 Becquerel abgibt. Diese Brühe verbindet man in einem Glasofen bei ca. 1250 Grad Celsius mit Glasteilchen. Man erhält so zusagen flüssiges hoch radioaktives Glas. Diese Mischung füllt man dann in Edelstahlbehälter, in denen sie erstarrt. Bis zu 28 dieser Kokillen werden dann in einen Castor Behälter zum Transport verpackt.


Wie stark die Radioaktivität in diesen Castoren ist, kann man ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass durch die Nachzerfallswärme sich der Atommüll auf bis zu 400 Grad Celsius aufheizt. Die Castoren geben deutlich messbar Wärme an die Umwelt ab. So sind die Castoren, die derzeit durch Deutschland rollen an der Oberfläche noch mehr als 30 Grad Celsius heiß.


Diese Thermografieaufnahmen von Greenpeace zeigen deutlich die gewaltige Hitzeentwicklung des Atommulls.


Weitere Emissionen


Die radioaktiven Abfälle erhitzen sich in den Castoren so stark, dass der Müll erst nach 35 Jahren endlagerfähig abgekühlt ist. Hinzu kommt, dass die Castoren maximal 40 Jahre eingesetzt werden dürfen.



Mal abgesehen von der Wärme, die die Castoren abgeben, entsteht bei dem radioaktiven Zerfall der Isotope des Atommülls auch radioaktive Strahlung. Die Wandung eines Castor Behälters besteht aus Gusseisen mit Kugelgraphit und ist 40 cm dick. Diese Barriere hält einen Großteil der radioaktiven Strahlung ab. Allerdings entweichen Neutronen und Gammastrahlung aus dem Behälter. Wieviel und in welchem Verhältnis hängt vom Inhalt ab. Allerdings hat das Bundesamt für Strahlenschutz in 2 m Abstand eines beladenen Castors 17 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Berücksichtigt man die Tatsache, dass gerade Neutronenstrahlung für wesentlich gefährlicher, als bisher angenommen, gehalten wird, so fordert Dr. Rainer Stefan die Herabsetzung der Grenzwerte um einen Faktor von 5-10. Er berechnet eine tatsächliche Dosis von 1.200 Mikrosievert pro Stunde. Nachzulesen hier.

Zusammenfassung

Von den durch Deutschland rollenden Castoren geht, nicht zuletzt, für das Begleitpersonal ein erhebliches Gefahrenpotential aus. Hinzu kommt, dass diese Behälter derzeit oberirdisch in besseren Fabrikhallen gelagert werden. Wenn alle Castoren radioaktive Strahlung emittieren, dann muss die radioaktive Belastung in den, nicht besonders geschützten, Zwischenlagern immense Werte annehmen. Das ist unverantwortlich.

Man könnte das Ganze auch so sehen:

Donnerstag, 24. November 2011

Freddy Mercurys Todestag

Heute vor 20 Jahren starb Freddy Mercury, der Sänger der Gruppe Queen. Hier ist ein musikalischer Nachruf der besonderen Art.


Möge er seinen Frieden gefunden haben.

Sonntag, 6. November 2011

Gewaltexzesse beim Familienrichter

Internet-Video zeigt FAMILIENRICHTER bei der "Erziehung" seiner Tochter. Pädagogisch wenig wertvoll, aber irre brutal.

Gestern fand ich zufällig folgendes Video im Internet. Darauf ist ein Mann zu sehen, der mit einem Gürtel ein junges Mädchen massiv verprügelt. In einer Szene kommt die Mutter des Mädchens und schreit es an, sie solle doch die Strafe „wie eine 16-jährige“ ertragen.

Obwohl das Video von schockierender Brutalität ist, habe ich mich entschieden, es zu verlinken.



Gott sei dank bleiben solche Gewaltexzesse, so sie denn öffentlich werden, auch in den USA nicht ohne Folgen. Pikant an dieser Geschichte ist, dass es sich um den Familienrichter William Adams, Aransas County, Texas, dessen Job es eigentlich wäre, Kinder vor solchen Gewalttaten zu schützen. Statt dessen prügelte er seine eigene Tochter mit derartiger Regelmäßigkeit, dass es dieser möglich war, eine Videokamera auf ihrem Nachttisch zu verstecken. Das Video wurde 2004 aufgenommen und erst jetzt von der Tochter veröffentlicht, da sie sich vor Repressalien fürchtete.

Wie die Welt Online berichtete, hat dieses Video derzeit Folgen. Der ehrenwerte Richter Adams ist derzeit vom Dienst suspendiert. Da er die Aussage getätigt haben soll, Aussagen von Kindern könne man vor Gericht nicht berücksichtigen, da sie „notorische Geschichtenerfinder“ seinen, werden derzeit alle seine Urteile überprüft.

Weiterhin überprüft der zuständige Sheriff, ob der Richter wegen des Videos belangt werden kann. Eigentlich ist die Tat mittlerweile verjährt, aber man prüfe, ob eine „andere Auslegung“ möglich sei.

Hier sei die Frage erlaubt, ob dies nicht auch eine bizarre Rechtsauffassung ist, wenn man erst die passende Auslegung des Gesetzes suchen muss.

Der ehrenwerte Richter Adams selbst, wurde mittlerweile von seiner Familie verlassen und ist sich keiner Schuld bewusst. Er hat dem örtlichen Fernsehsender ein Interview vor seinem Haus gegeben. Richter Adams selbst versteht die Aufregung nicht, sehe man doch an der Tat seiner Tochter (die Veröffentlichung des Videos) wie viel Ärger dieses Mädchen ihm mache. Außerdem habe er sich ja bereits dafür entschuldigt. Auch eine spannende Sicht der Dinge.

Recht und Gesetz muss auch für einen Richter gelten, selbst wenn das bedeutet, dass er für die Tat nicht mehr belangt werden kann. Allerdings hat er sich durch sein Verhalten als Richter, zumal als Familienrichter, disqualifiziert.

Weiterführende Links:
Infos zum ehrenwerten Richter Adams http://anonops.blogspot.com

Donnerstag, 3. November 2011

Lieber aufrecht sterben, als in die Knie gehen

Anonymous nimmt den Kampf gegen das Zeta Kartell auf. Denn Sie wissen nicht, was Sie tun! - Oder doch?

By Kijkwijzer ([1]) [Public domain], via Wikimedia Commons
Mexico, so geht das Gerücht, ist fest in der Hand der Drogenkartelle. Selbst Mitglieder aus höchsten Regierungskreisen stehen auf den Lohnlisten der Kartelle. Einem der mächtigsten Kartelle hat Anonymous nun den Kampf angesagt.

Nachdem ein mutmaßliches Mitglied der Hackergruppe vom Kartell entführt wurde, stellte Anonymous nun ein Ultimatum. Das Mitglied solle bis zum 05. November freigelassen werden, sonst würde Anonymous Daten mutmaßlicher Mitgleider des Kartells bloßstellen. Sie seien bereit, lieber aufrecht zu sterben, als in die Knie zu gehen. Gut möglich, dass das auch auf sie zukommt. Ob sie wissen, was sie tun? Das Zeta Kartell ist immerhin berüchtigt für Bestechung, Entführung und Mord. Hinzu kommt, dass die Drogenbarone hervorragend mit Waffen, Geld, Technik und Beziehungen ausgestattet ist.

Im Gegensatz dazu, ist Anonymous kaum angreifbar. Selbst wenn die Mitglieder in Mexico leben, müssen sie erst bekannt werden, damit Zeta sie einschüchtern und bekämpfen kann. Mitglieder von Anonymous sind über die ganze Welt verstreut und somit für das Kartell nicht greifbar.

Die Waffe von Anonymous ist die Information, die richtig angewandt, ein genau so tödliches Instrument wie eine Maschinenpistole sein kann. Immerhin sind enttarnte Mitglieder des Kartells eine potentielle Bedrohung. In sofern kann die Veröffentlichung von Informationen auch zu Entführung, Mord und Folter führen. Bleibt zu hoffen, dass die Hacker entsprechend sensibel damit umgehen.

Es ist allerdings spannend zu sehen, was Anonymous gegen die Drogenbarone ausrichten kann. Wünschen wir Ihnen viel Glück.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Hilfe unsere Banken werden enteignet!

 © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 ,
via Wikimedia Commons

Ich bin bestimmt kein Antikapitalist. Und die Notwendigkeit eines Bankensystems, wie das Unsrige, ist mir durchaus bewusst. Aber manchmal hört doch das Verständnis dann doch auf.

Vor nicht all zu langer Zeit, genauer gesagt 2009, mussten auch Banker lernen, dass selbst Immobilien nicht immer nur im Preis steigen können. Sie können auch, man höre und staune, im Preis fallen. Diese, für viele Banker bahnbrechende Erkenntnis, bezahlten Steuerzahler Milliarden Euro. Der Ruf nach Regulierung und staatlicher Kontrolle wurde laut und die ein oder andere Bank flüchtete in den Schutz der staatlichen Hilfsfonds. Die Ernüchterung war groß und man war sich einig, dass den Banken eine besondere Verantwortung zukommt und man deshalb globale Spielregeln brauche.

Passiert ist in der Zeit nicht viel. Die Banken steckten die staatlichen Milliarden in, wie sich nun herausstellt, hoch spekulative, Staatsanleihen. Wieder stehen die Manager einiger Banken vor einem spektakulären Lernerfolg. Sie werden lernen, dass auch Staaten nicht ständig über ihre Verhältnisse leben können. Dieser, sowohl für Banker als auch für Politiker neuen Logik folgend, kommen Wirtschaftspolitiker in Europa nun ERSTMALIG vor Eintritt des Katastrophenfalles auf die Idee, die Banken in die Verantwortung zu nehmen. Es werden daher zu Recht Staatsanleihen nicht mehr als risikolos eingestuft. Daher müssen die Banken nun diese Investments mit Eigenkapital unterfüttern. Für Banken, denen es nicht gelingen wird, zur Vorbereitung auf den kommenden Schuldenschnitt Griechenlands, mit einer entsprechenden Eigenkapitaldecke ausgestattet zu sein wird auch zukünftig der Steuerzahler in die Haftung genommen. Hier soll jedoch den Banken, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, verboten werden, an ihre Eigner und Manager Boni zu zahlen. Ein, für den einfachen Mitbürger, sehr verständlicher Standpunkt. Immerhin ist Steuergeld nicht zur Finanzierung von Boni da. Hätte man einen vernünftigen Job gemacht, hätte man ja auch keine Steuergelder benötigt.

Dieser Logik können nun die Banken, allen voran Herr Ackermann nicht folgen. Sie sprechen von Enteignung. Ja es wird sogar der Gesellschaft gedroht. „Im Interesse der Anteilseigner müssten die Banken alles erdenklich Mögliche tun, staatliche Hilfsgelder nur im äußersten Notfall in Anspruch zu nehmen.“ Ein äußerst löblicher Vorsatz kann man meinen. Allerdings kommt das dicke Ende dann doch im folgenden Satz: „Auch wenn dies bedeute, sich von einigen Geschäftsbereichen zu trennen und die Kreditvergabe an die Wirtschaft einzufrieren.“ Will meinen, wenn im Austausch für staatliche Hilfsgelder Auflagen gemacht werden sollten, dann drohen die Banken damit unserem Wirtschaftssystem den Geldhahn zuzudrehen.

Im Endeffekt fordern die Banken nichts Anderes, als mit ihren hochriskanten Geschäften weiter machen zu dürfen. Das Risiko solle doch bitte aber der Steuerzahler tragen. Womit in diesem Falle auch wieder die Anteilseigner ausgenommen würden. Denen bietet sich ja genug Gestaltungsspielraum bei der Steuererklärung.

Auch wenn es keiner hören möchte, aber, da es offensichtlich kein unbegrenztes Wachstum geben wird, sollten wir uns nach einer Alternative zu einem Wirtschaftssystem umsehen, dass nur bei Wachstum funktioniert. Man muss ja nicht gleich Hammer und Sichel auspacken, den Reichstag rot anstreichen und Ackermann nach Aburteilung durch den zu gründenden Bankenrat standesrechtlich erschießen. Obwohl Letzteres eine recht... (lassen wir das).

Aber mal ganz ehrlich: Haben die verantwortlichen Manager nicht häufig genug gezeigt, dass sie es alleine nicht hinbekommen? Ist ein wenig staatliche Kontrolle bei Unternehmen, die für das Gemeinwohl so wichtig sind, wie Banken, nicht dringend geboten?

Sonntag, 31. Juli 2011

Oliver Pocher wird Sportmoderator

Adidas-Arena Oliver Pocher
By Times (private) [GFDL
(www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0
(www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
Die Welt online meldete heute am Sonntag den 31. Juli 2011, dass Oliver Pocher neuer Moderator der Bundesligashow „Samstag LIVE“ des Bezahlsenders SKY wird.

Zunächst konnte man es für einen Scherz halten, aber dann meldeten immer mehr Medien, dass der mittelmäßig erfolgreiche Comdian Oliver Pocher als Sportreporter zu SKY wechselt. Pochers sportliche Expertise erschöpft sich darin, dass er bekennender Fan von Hannover 96 ist. Ob das reicht, das Flaggschiff der Sportberichterstattung des Senders Sky aus dem Tal der Quotentränen zu führen, ist fraglich.

Wenigstens passt Oliver Pocher von seinem selbst erklärten Anspruch gut zu seinem neuen Arbeitgeber. Er formulierte es einst so: „Sobald die Witze schlicht und billig sind, hat man die Riesenlacher auf seiner Seite. “

Wir werden sehen, ob „Samstag LIVE“ nur eines der weiteren Formate ist, dass trotz oder wegen Oliver Pocher scheitert. Aber SKY liegt mit seiner Strategie, Entertainer im Sportjournalismus einzusetzen nicht alleine. So setzt die ARD Matthias Opdenhövel als Moderator im Flaggschiff des deutschen Sportjournalismus, der Sportschau ein. Opdenhövel wurde mit Formaten wie „Schlag den Raab“ oder „Wok WM“ bekannt.

Samstag, 30. Juli 2011

Brief an Richard Arnold, Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd.

Mr.Bud [CC-BY-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)],
via Wikimedia Commons

Lieber Richard Arnold,

Ich schreibe dir diesen Brief, weil die stolz auf dich bin. Ich finde es klasse, wie viel du nach eigenen Aussagen in den letzten Tagen gelernt hast. Das ist gut so, denn das war sicher dringend nötig.

Seit einigen Tagen hat es das beschauliche Nest, in dem du, lieber Richard Arnold Oberbürgermeister bist, deutschlandweit in die Medien gebracht. Nicht etwa weil das Wetter dort so gut ist oder der Wein so besonders lecker, ein weil ihr das Internet für euch entdeckt habt.

Ihr baut gerade für teures Geld einen Ortsumgehung, die auch einen Tunnel beinhaltet. Dass ihr euch nicht so richtig einigen konntet, wie das gute Stück nun heißen soll, hast du lieber Richard Arnold gedacht, fragen wir das Internet.

Es kam, wie es kommen musste. Das Internet gab dir Antwort. Doof nur, dass du, lieber Richard Arnold, die Antwort nicht hören wolltest. Nur, weil Bud Spencer, der alte Grummelpott, in seiner Jugend in eurem Freibad planschte, musste man doch noch lange keinen Tunnel nach ihm benennen. Und da, lieber Richard Arnold setzte dein Lernprozess ein. Zunächst hast du gelernt, dass im Internet nichts geheim ist. So witzelte die ganze Republik schnell über ein kleines Kaff, das seinen Tunnel nach Bud Spencer nennen wollte. Da gerade Sommerloch war, war das auf einmal die Meldung des Tages. Er musste sogar eure Gemeinderatssitzung in die nächste Turnhalle verlegen, damit alle interessierten Reporter ein Platz fanden.

Du und dein vernünftiger Gemeinderat, ihr habt euch über das leichtsinnige Votum der Internetgemeinde hinweggesetzt. Nun heißt euer Freibad nach Bud Spencer. Recht so, denn dieser Web 2.0 Spaßgemeinde, war die Tragweite ihrer Entscheidung nicht bewusst, sonst hätte sie einen solch kreativen Vorschlag gar nicht gebracht.

Damit, lieber Richard Arnold, war deine Lernkurve jedoch nicht erschöpft. Was du alles gelernt hast, hast du uns dann im SWR erzählt. Nach eigener Aussage hast du aus dieser Posse gelernt, dass man, wenn man schon das Internet einsetze, dort die Meinungsbildung „managen“ müsste. Man müsse, so wie deine tief greifende Erkenntnis, dem Meinungsbildungsprozess im Internet steuern und lenken.

Da, lieber Richard Arnold, hast du aber mal nicht aufgepasst! Man muss die Meinungen seiner Wähler nicht steuern und lenken. Als Politiker ist es deine Aufgabe, die Meinung deiner Wähler zu vertreten, nicht sie zu beeinflussen. Das Internet ist auch nicht dazu da, dein Stimmvieh bei Laune zu halten, sondern kann vielmehr dir eine Hilfe sein, zu erfahren was deine Wähler von dir wollen. Wenn Du dich daran hältst, lieber Richard Arnold, ist das mit dem gewählt werden, gar nicht mehr so schwer.

Lieber Richard Arnold, ich schreibe dir diesen Brief, weil ich es klasse finde, dass es doch noch Politiker gibt, die etwas lernen. Wenn Du jetzt noch richtig aufpassen würdest, bekämst du von mir auch eine gute Note. So reicht es jedoch nur zu diesem blauen Brief. So wünsche ich dir und deinen Gemeinderat bei der Namensfindung des Tunnels viel Erfolg. Ich hoffe ihr findet einen Namen der der Bedeutung dieser Sache gerecht wird. Unter diesem Aspekt finde ich Bud Spencer Tunnel gar nicht so schlecht. Vielleicht könnte er ja durch den Terence Hill führen.

Dein von dir sehr beeindruckter
Herb Flintstone

Dienstag, 26. Juli 2011

Anonymous gegen das Manifest

Vorheriger Artikel

Hackergruppe Anonymous nimmt das „Manifest“ des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik ins Visier.

Nach einer Meldung der Zeit online verbreitete Anonymous am Dienstag einen Aufruf zur „Operation UnManifest“. Ziel der Aktion ist es das Machwerk des Attentäters Anders Behring Breivik mit dem Titel „2083-A European Declaration of Independence“ aus dem Internet zu entfernen.

Dies soll gelingen, indem die Originalversion des Manifests vollständig verändert werden soll und dann weiter verbreitet werden soll. Erreichen wollen die Initiatoren des Aufrufs, dass die Originalversion in der Fülle der Fälschung untergeht.

Die Verfasser erklärten wörtlich: „Sorgt dafür, dass Anders ein Witz wird, dass niemand ihn mehr ernst nimmt“. Für diese Aktion variierte die Gruppe ihr Motto das in dem Aufruf von Anonymous nun wie folgt heißt: „Wir alle verzeihen kein Mord, wir alle vergessen die Opfer nicht.“

Diese Aktion von Anonymous ist sicher eine der Möglichkeiten, sich gegen Menschen wie Anders Behring Breivik zur Wehr zu setzen, nämlich ihre Botschaft nicht ernst zu nehmen. Insofern ist dieser Umgang mit Anders Behring Breivik Botschaft der einzig richtige.

Was jedoch nicht gelingen wird, ist, aus Anders ein Witz zu machen. Dies verhinderte der Attentäter in dem er mordete. Anders Behring Breivik ist leider alles andere als ein Witz. Ihn als Person nicht ernst zu nehmen wäre eine der größten Fehler, die man machen kann. Das würde bedeuten, nicht alles dafür zu tun, dass ein derart gefährlicher Mann niemals wieder sich in Freiheit bewegen kann.

Seine Botschaft jedoch zu ignorieren, bedeutet für Anders Behring Breivik sein Scheitern, versuchte er doch gerade, durch seine Morde seine Botschaft möglichst weit zu verbreiten.-Wünschen wir also in diesem Sinne der Aktion von Anonymous viel Erfolg.

Vorheriger Artikel

Montag, 25. Juli 2011

Terror in Oslo

By Anders Behring Breivik [Attribution],
via Wikimedia Commons
Ein Versuch das unbegreifliche begreiflich zu machen.

3 Tage sind nun ins Land gegangen, seit ein Wahnsinniger Norwegen aus seiner Unschuld gerissen hat. Norwegen war bisher bekannt für seine offene, multikulturelle Gesellschaft. Erfahrungen mit Terror und Attentaten hatte das Land kaum, in den letzten Jahrzehnten starben 2 Politiker bei Attentaten. Und nun, so scheint es, dreht aus heiterem Himmel ein Wahnsinniger durch und erschießt im Blutrausch 68 Jugendliche. Vorher zündete er eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo und riss damit 8 Menschen in den Tod.

Norwegen befindet sich noch in der Schockstarre, doch so langsam dringen immer mehr Einzelheiten der unfassbaren Tat an die Öffentlichkeit. Das was das ganze Land so unerwartet traf war vom Täter Anders Breivik über mehr als 9 Jahre minutiös geplant.

Anders Breivik hat, so erfährt die schockierte Weltöffentlichkeit sich vor Jahren entschieden, keine Familie zu gründen und dafür auf seinen eigenen Kreuzzug zu gehen. Über Jahre studierte er wie besessen, betrieb einen eigenen Landhandel und sammelte Geld um seine Fantasien in die Tat umzusetzen.

Nebenbei führte er minutiös Buch über seine Vorbereitungen, Ideen und Wahnvorstellungen. Dieses mehr als 1500 Seiten starke Pamphlet nannte er sein Manifest. Kurz vor den Attentaten verbreitete er es per Mail. Die Ideen und Fantasien, die er darin schilderte, hatte er sich aus rechtsradikalen Foren zusammengeklaubt. Anscheinend betrachtete Anders Breivik das Töten von 76 unschuldigen Menschen als eine Art Marketing in eigener Sache. Er wollte damit wohl seinen kruden Ideen zu mehr Bekanntheit verhelfen.

Derzeit sitzt Anders Breivik für 8 Wochen in Untersuchungshaft, ungewöhnlich lange für Norwegen. 4 Wochen davon muss er in Isolationshaft verbringen, da noch nicht klar ist ob er Komplizen hatte oder alleine handelte. Hierzu machte Anders Breivik unterschiedliche Aussagen.

Sollte Anders Breivik tatsächlich alleine gehandelt haben, dann war es für die norwegischen Behörden wohl tatsächlich unmöglich seine Taten zu verhindern. Auch wenn einige Meldungen Anderes vermuten lassen. So sei Anders Breivik dem Geheimdienst schon im März aufgefallen, weil er Chemikalien bei einer verdächtigen Firma in Polen bestellte. Da die Bestellung eine Wert von 10 bis 15 EUR hatte, wurde jedoch nicht weiter ermittelt. Warum auch, lebte der Täter bisher doch ein gesetzestreues unbescholtenes Leben.

Eine freie, demokratische Gesellschaft ist immer angreifbar. Letztendliche Sicherheit kann es nicht geben. Je mehr Kontrolle ausgeübt wird, desto mehr wird in die Rechte des Einzelnen eingegriffen. Außerdem steht zu befürchten, dass, immer vorausgesetzt Anders Breivik hat alleine gehandelt, es keine Möglichkeit gegeben hätte, ihn aufzuhalten.

Attentate können nur verhindert werden, wenn Informationen nach außen gelangen. Spricht der Täter mit niemandem darüber, können auch keine Informationen weiter gegeben werden. Wie soll eine solche Tat verhindert werden?

In den verschiedenen Foren und auf Kommentarseiten ist derzeit eine Diskussion im Gange, die mehr Kontrolle fordert. Da Anders Breivik wohl Mitglied einer Freimaurerloge war, schießen Verschwörungstheorien ins Kraut. Im gleichen Atemzug wird die Todesstrafe für Anders Breivik gefordert.

Ich hoffe nicht, dass Norwegen auf solche Forderungen eingeht. Weder härtere Strafen noch schärfere Kontrollen hätten diese Tat verhindern können. Die Stärke einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft zeigt sich gerade in der Krise. Verschärft Norwegen seine Gesetze, so hat Anders Breivik eines seiner Ziele erreicht. Er hat dann die Gesellschaft in seinem Sinne verändert. Diesen Erfolg hat er jedoch nicht verdient.

Die größte Strafe, die Anders Breivik treffen kann, ist, ihn als das zu behandeln, was er in meinen Augen ist. Ein größenwahnsinniger Irrer. Als solcher ist er dann nämlich krank. Für solche Individuen sieht das norwegische Recht eine Sicherungsverahrung vor, die beliebig verlängert werden kann. Sperrt ihn also ein, werft den Schlüssel weg und vergesst seine wahnsinnigen Ideen. Straft ihn und sein Pamphlet mit Missachtung, das straft ihn mehr als ihn zum Märtyrer zu machen. Das wäre der größte Misserfolg des Anders Breivik – einfach vergessen zu werden.
Fortsetzung

Samstag, 23. Juli 2011

Willkommen im Club der 27 jährigen!

By Rama (Own work) [CC-BY-SA-2.0-fr
(www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/fr/deed.en)],
via Wikimedia Commons

Amy Winehouse ist tot.

Sie wurde am Samstag den 23. Juli 2011 tot in ihrer Wohnung im Süden Londons aufgefunden. Die Todesursache ist unklar, die Polizei ermittelt.

Amy Winehouse galt als beste Soulsängerin der Gegenwart. Allerdings war sie auch durch ihre Drogenprobleme bekannt. In den letzten Jahren machte Amy Winehouse eher durch ihre Drogen-und Eheprobleme als mit ihrer Musik Schlagzeilen.

Im Jahr 2007 heiratete sie ihren Verlobten Blake Fielder-Civil, der sich von ihr im Jahr 2009 wieder scheiden ließ. Bereits im Jahr 2007 brach sie gemeinsam mit ihrem Mann einen Aufenthalt in einer Entzugsklinik vorzeitig ab.

Die Negativschlagzeilen fanden ihren vorläufigen Höhepunkt im Juni diesen Jahres, als Amy Winehouse bei einem Auftritt in Belgrad von ihren Fans ausgebuht wurde. Sie war zu betrunken um zu singen.

Nun also wurde Amy Winehouse tot in ihrer Wohnung gefunden-sie wurde 27 Jahre alt. Damit reiht sie sich in den Club der Sänger ein deren Leben im Alter von 27 Jahren ein vorzeitiges Ende nahm. Die bekanntesten Mitglieder des Clubs sind wahrscheinlich:

Brian Jones, Mitgründer der Rolling Stones,
Jimi Hendrix, Gitarrist, Sänger und Songschreiber,
Janis Joplin, Liedermacherin,
Jim Morrison, Leadsänger und Songschreiber der Doors,
Kurt Cobain, Gründungsmitglied, Leadsänger, Gitarrist und Songschreiber der Gruppe Nirvana

All diesen und noch einigen anderen Musikern mehr ist gemeinsam, dass sie im Alter von 27 Jahren verstarben. Nun gehört also auch Amy Winehouse mit dazu. Das ist, bei allem Respekt, nicht gerade überraschend. Möge sie in Frieden ruhen!

Die Welt kann so einfach sein!

Ich bin umgestiegen! Durch Zufall kam ich an einen recht günstigen Apple. Ich war gespannt! Ich nutze nun mehr als 20 Jahre Microsoft, beruflich wie privat. Und nun bin ich privat umgestiegen. Die ersten Stunden waren grauenvoll! Nichts war da wo man es gewohnt war, nichts funktionierte so wie man es gewohnt war.

Nehmen wir nur als Beispiel die Installation des Druckers. ich war folgendes Vorgehen gewohnt:

Hoffnungsvolles Verbinden des neues neuen Gerätes mit dem Rechner. Wilde Suche nach dem geeigneten Treiber. Installation des Gerätes. Neustart des Rechners. Absturz. Neue Suche nach dem richtigen Treiber.

Es geschah folgendes:

Ich schloss das Gerät an. Es passierte nichts! Unsicher fragte ich mich, ob es notwendig sei, nur weil man einen neuen Rechner gekauft hat, einen neuen Drucker anschaffen zu müssen. Vorher beschloss sich jedoch einfach mal in die Systemsteuerung zu schauen. Dort fand ich meinen Drucker betriebsbereit. Das war ich nun nicht gewohnt! Es funktionierte auf Anhieb!

Ich benötigte jetzt etwa eine Woche mich daran zu gewöhnen, dass das Fenster nun links oben und nicht rechts oben geschlossen wird und dass vieles einfach “ irgendwie“ funktioniert.

Ich war nun mutiger geworden. Jetzt wollte ich alles! In einer Nacht- und Nebelaktion bestellte ich also DragonDictate for Macintosh, nur um danach festzustellen dass ich ein neues Betriebssystem braucht. Ich hatte Leopard und brauchte Snow Leopard. Also bestellte ich das neue Betriebssystem gleich mit dazu.

Vor der Installation des neuen Systems machte ich sicherheitshalber ein Backup des Systems. Dann hatte ich die DVD mit dem neuen Betriebssystem in das Laufwerk und wartete ab. Innerhalb von ca. 1 h installierte sich das Betriebssystem fast von alleine. Alle Software die ich mir in mühevoller Kleinarbeit aus dem Internet besorgt hatte funktionierte weiter wie bisher. Ich war begeistert!

Sofort darauf installierte ich DragonDictate. Nach einem etwas ermüdenden Sprachtraining diktierte ich meine erste Mail. Ich muss sagen, die versprochenen 99 % Genauigkeit sind durchaus erreichbar. Derzeit bin ich noch nicht schneller als mit der Tastatur, was allerdings daran liegt, dass ich es noch nicht gewohnt bin, druckreif zu diktieren. Allerdings kann ich nach etwa 1 h Arbeit mit dem Programm sagen, dass ich schon jetzt begeistert bin. Das Ergebnis der Spracherkennungssoftware ist beeindruckend.

Fazit: DragonDictate für Mac kostet bei Amazon 139,83 €. Die Ergebnisse, die sich bereits nach kurzer Einarbeitungszeit erreichen lassen sind extrem beeindruckend. Mit etwas Übung kann man eine deutliche Zeitersparnis gegenüber dem herkömmlichen erfassen von Texten über die Tastatur erreichen. Schon jetzt, nach 2 h, steht für mich fest die Anschaffung hat sich gelohnt.

Samstag, 9. Juli 2011

Schweres Flugzeugunglück im Kongo

Quelle Flickr.com Julien Harneis
Bereits am Freitag verfehlte eine Boeing 727 mit wahrscheinlich 158 Menschen an Bord die Landebahn des Flughafens in Kisangani.

Heute wurden die Opfer auf 127 beziffert. 51 Menschen überlebten das Unglück mit teils schwersten Verbrennungen. Zunächst war die Zahl der Opfer am Freitag nicht klar, da die Fluglinie Hewa Bora die Anzahl der Passagiere zu niedrig geschätzt hatte. Dies ist nicht der erste schwere Unfall der Fluglinie Hewa Bora. Deshalb steht sie auch in Europa auf der schwarzen Liste und hat keine Landerechte.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich als sehr schwierig, das Flugzeug 200 m von der Landebahn in dichten Urwald gestürzt ist. So weit die Zusammenfassung des Artikels auf Stern.de.

Es ist wirklich spannend, dass eine Fluggesellschaft die Zahl der Passagiere eines Fluges schätzen muss. Da steigt gleich das Vertrauen in die Flug-gesellschaft. Da ist es richtig beruhigend, dass Hewa Bora keine Landerechte in Deutschland hat.

Auf dem Bild ist das Kisangani Helth centre zu sehen. Das lässt nichts Gutes für die Verletzten hoffen. Kisangani hat immerhin ein Universitätskrankenhaus. Allerdings steht zu befürchten, dass der Standard nicht mit den unseren zu vergleichen ist.

Der Pilot verfehlte wohl auf Grund des schlechten Wetters die Landebahn. Wenn schon 200 m neben der Landebahn dichter Urwald ist, ist sie sicher auch bei gutem Wetter nicht leicht zu treffen.