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Hackergruppe Anonymous nimmt das „Manifest“ des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik ins Visier.
Nach einer Meldung der Zeit online verbreitete Anonymous am Dienstag einen Aufruf zur „Operation UnManifest“. Ziel der Aktion ist es das Machwerk des Attentäters Anders Behring Breivik mit dem Titel „2083-A European Declaration of Independence“ aus dem Internet zu entfernen.
Dies soll gelingen, indem die Originalversion des Manifests vollständig verändert werden soll und dann weiter verbreitet werden soll. Erreichen wollen die Initiatoren des Aufrufs, dass die Originalversion in der Fülle der Fälschung untergeht.
Die Verfasser erklärten wörtlich: „Sorgt dafür, dass Anders ein Witz wird, dass niemand ihn mehr ernst nimmt“. Für diese Aktion variierte die Gruppe ihr Motto das in dem Aufruf von Anonymous nun wie folgt heißt: „Wir alle verzeihen kein Mord, wir alle vergessen die Opfer nicht.“
Diese Aktion von Anonymous ist sicher eine der Möglichkeiten, sich gegen Menschen wie Anders Behring Breivik zur Wehr zu setzen, nämlich ihre Botschaft nicht ernst zu nehmen. Insofern ist dieser Umgang mit Anders Behring Breivik Botschaft der einzig richtige.
Was jedoch nicht gelingen wird, ist, aus Anders ein Witz zu machen. Dies verhinderte der Attentäter in dem er mordete. Anders Behring Breivik ist leider alles andere als ein Witz. Ihn als Person nicht ernst zu nehmen wäre eine der größten Fehler, die man machen kann. Das würde bedeuten, nicht alles dafür zu tun, dass ein derart gefährlicher Mann niemals wieder sich in Freiheit bewegen kann.
Seine Botschaft jedoch zu ignorieren, bedeutet für Anders Behring Breivik sein Scheitern, versuchte er doch gerade, durch seine Morde seine Botschaft möglichst weit zu verbreiten.-Wünschen wir also in diesem Sinne der Aktion von Anonymous viel Erfolg.
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Dienstag, 26. Juli 2011
Montag, 25. Juli 2011
Terror in Oslo
| By Anders Behring Breivik [Attribution], via Wikimedia Commons |
3 Tage sind nun ins Land gegangen, seit ein Wahnsinniger Norwegen aus seiner Unschuld gerissen hat. Norwegen war bisher bekannt für seine offene, multikulturelle Gesellschaft. Erfahrungen mit Terror und Attentaten hatte das Land kaum, in den letzten Jahrzehnten starben 2 Politiker bei Attentaten. Und nun, so scheint es, dreht aus heiterem Himmel ein Wahnsinniger durch und erschießt im Blutrausch 68 Jugendliche. Vorher zündete er eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo und riss damit 8 Menschen in den Tod.
Norwegen befindet sich noch in der Schockstarre, doch so langsam dringen immer mehr Einzelheiten der unfassbaren Tat an die Öffentlichkeit. Das was das ganze Land so unerwartet traf war vom Täter Anders Breivik über mehr als 9 Jahre minutiös geplant.
Anders Breivik hat, so erfährt die schockierte Weltöffentlichkeit sich vor Jahren entschieden, keine Familie zu gründen und dafür auf seinen eigenen Kreuzzug zu gehen. Über Jahre studierte er wie besessen, betrieb einen eigenen Landhandel und sammelte Geld um seine Fantasien in die Tat umzusetzen.
Nebenbei führte er minutiös Buch über seine Vorbereitungen, Ideen und Wahnvorstellungen. Dieses mehr als 1500 Seiten starke Pamphlet nannte er sein Manifest. Kurz vor den Attentaten verbreitete er es per Mail. Die Ideen und Fantasien, die er darin schilderte, hatte er sich aus rechtsradikalen Foren zusammengeklaubt. Anscheinend betrachtete Anders Breivik das Töten von 76 unschuldigen Menschen als eine Art Marketing in eigener Sache. Er wollte damit wohl seinen kruden Ideen zu mehr Bekanntheit verhelfen.
Derzeit sitzt Anders Breivik für 8 Wochen in Untersuchungshaft, ungewöhnlich lange für Norwegen. 4 Wochen davon muss er in Isolationshaft verbringen, da noch nicht klar ist ob er Komplizen hatte oder alleine handelte. Hierzu machte Anders Breivik unterschiedliche Aussagen.
Sollte Anders Breivik tatsächlich alleine gehandelt haben, dann war es für die norwegischen Behörden wohl tatsächlich unmöglich seine Taten zu verhindern. Auch wenn einige Meldungen Anderes vermuten lassen. So sei Anders Breivik dem Geheimdienst schon im März aufgefallen, weil er Chemikalien bei einer verdächtigen Firma in Polen bestellte. Da die Bestellung eine Wert von 10 bis 15 EUR hatte, wurde jedoch nicht weiter ermittelt. Warum auch, lebte der Täter bisher doch ein gesetzestreues unbescholtenes Leben.
Eine freie, demokratische Gesellschaft ist immer angreifbar. Letztendliche Sicherheit kann es nicht geben. Je mehr Kontrolle ausgeübt wird, desto mehr wird in die Rechte des Einzelnen eingegriffen. Außerdem steht zu befürchten, dass, immer vorausgesetzt Anders Breivik hat alleine gehandelt, es keine Möglichkeit gegeben hätte, ihn aufzuhalten.
Attentate können nur verhindert werden, wenn Informationen nach außen gelangen. Spricht der Täter mit niemandem darüber, können auch keine Informationen weiter gegeben werden. Wie soll eine solche Tat verhindert werden?
In den verschiedenen Foren und auf Kommentarseiten ist derzeit eine Diskussion im Gange, die mehr Kontrolle fordert. Da Anders Breivik wohl Mitglied einer Freimaurerloge war, schießen Verschwörungstheorien ins Kraut. Im gleichen Atemzug wird die Todesstrafe für Anders Breivik gefordert.
Ich hoffe nicht, dass Norwegen auf solche Forderungen eingeht. Weder härtere Strafen noch schärfere Kontrollen hätten diese Tat verhindern können. Die Stärke einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft zeigt sich gerade in der Krise. Verschärft Norwegen seine Gesetze, so hat Anders Breivik eines seiner Ziele erreicht. Er hat dann die Gesellschaft in seinem Sinne verändert. Diesen Erfolg hat er jedoch nicht verdient.
Die größte Strafe, die Anders Breivik treffen kann, ist, ihn als das zu behandeln, was er in meinen Augen ist. Ein größenwahnsinniger Irrer. Als solcher ist er dann nämlich krank. Für solche Individuen sieht das norwegische Recht eine Sicherungsverahrung vor, die beliebig verlängert werden kann. Sperrt ihn also ein, werft den Schlüssel weg und vergesst seine wahnsinnigen Ideen. Straft ihn und sein Pamphlet mit Missachtung, das straft ihn mehr als ihn zum Märtyrer zu machen. Das wäre der größte Misserfolg des Anders Breivik – einfach vergessen zu werden.
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