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Dienstag, 11. Oktober 2011

Der Staatstrojaner - Update

By User:Mattes (Own work) [Public domain],
via Wikimedia Commons

Das war ja zu erwarten. Da hat die Enthüllung des CCC am gestrigen Sonntag den 09.10.2011 mal ordentlich für Wellen gesorgt. Es ist auch ein Skandal, dass in Deutschland ein so genannter Staatstrojaner eingesetzt wird, um die eigenen Bürger auszuschüffeln.


Was ist neu:

Mittlerweile hat das LKA Bayern zugegeben, dass der analysierte Trojaner von ihnen eingesetzt wurde. Es ist also kein Bundestrojaner, wohl eher ein Staatstrojaner mit blau weißem Zaumzeug.

Nach Darstellung des bayrischen Innenministeriums wurde jedoch kein geltendes Recht gebrochen. Die Überwachung war per richterlichen Beschluss genehmigt und bezog sich ausschließlich auf die Kommunikation. So zumindest die Behauptung des Bayrischen Innenministers.

Der Anwalt des Betroffenen sieht das allerdings anders. Auch das LG Landshut stellt in seinem Beschluss vom 20.01.2011 fest, dass die Überwachungsmaßnahme in soweit rechtswidrig war, als dass im Abstand von 30 Sekunden Screenshots angefertigt wurden. Dieses Vorgehen entbehre jeglicher rechtlicher Grundlage, so das LG Landshut.

Nachzulesen ist das Ganze beim Law Blog.

Festzuhalten bleibt, dass es mehr als bedenklich ist, wenn der bayrische Innenminister Sachverhalte abstreitet, die bereits richterlich als unzulässig erklärt wurden. In dem Fall ging es um einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Entweder hat der beschlussfassende Richter von dem eventuellen Warenangebot des Verdächtigen etwas zu viel genascht und sich die Screenshots eigebildet oder IM Herrmann lügt. Letzter Möglichkeit dürfte bei Weitem die realistischere Variante sein.

In einem Rechtsstaat sollte das eigentlich nicht vorkommen und wenn, dann sollte es eigentlich den Kopf des Herrn Herrmann kosten. Warten wir mal ab, wie viel von unserem Rechtsstaat noch übrig ist. Ein kennzeichnendes Merkmal eines Rechtsstaates ist, dass die Gesetze auch für die Organe des Staates selbst gelten. Wir werden sehen, ob sie das auch in Bayern tun. Nun haben sie nicht nur ein Problembär, nun haben sie auch ein Problempferd.

Freitag, 8. Juli 2011

Good bye Atlantis - Ein Nachruf auf das Space Shuttle Programm

Quelle: Nasa
Oder woran merkt man, dass man alt wird? Wenn Sie Raumfahrtprogramme einstellen, bei denen du dich noch erinnerst, wie sie begonnen wurden.


Die 135. und letzte Shuttlemission soll 12 Tage dauern und zur ISS gehen. Aus Sicherheitsgründen sind nur noch vier statt der sonst üblichen sieben Astronauten an Bord. Da bereits alle anderen Raumfähren verschrottet sind, ist es bei einem Notfall nicht mehr möglich der Atlantis zu Hilfe zu kommen. Daher wurden die Größe der Crew so gewählt, dass sie notfalls in der ISS Unterschlupf finden könnte. Das würde dann zwar für eine ganze Zeit ziemlich eng da oben, aber immer noch besser als die Alternativen.



Etwas Wehmut ist schon dabei, wenn man bedenkt wie lange uns die immer wiederkehrenden Nachrichten von den Starts und Landungen begleiten. Doch nicht nur spannende Momente lieferte und das Space Shuttle Programm. Ich selbst war live am Fernsehgerät, als 1986 die Challenger explodierte und das ausgerechnet als die USA die erste Zivilistin mit ins All nehmen wollte.


Auch der Absturz der Columbia 2003 war ein einschneidendes Erlebnis. Seither beschlich einen immer ein ungutes Gefühl, wenn die Bilder der Astronauten um die Welt gingen, die nach Löchern in ihrem Hitzeschutzschild suchten.


By Kennedy Space Center[see page for license],
via Wikimedia Commons
Anfang der Achtziger hatte man noch sehr ehrgeizige Pläne und man sah sich bereits auf dem Weg zum Mars. Da war es nur logisch, das erste wieder verwendbare Raumschiff zu bauen. Sollte man jemals in größerem Maßstab in das All fliegen, ist das die einzige Möglichkeit. Idealer Weise sollten dann Raumschifflüge so leicht sein, wie heute ein Flug von Frankfurt nach New York. Idealerweise sollte der Passagier auch dafür nicht mehr zahlen müssen, wie für eben den selbigen.


Doch davon ist die Menschheit noch weit entfernt. Ob es jemals gelingen wird einen anderen Planeten des Sonnensystems zu betreten oder gar das Sonnensystem zu verlassen steht im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen. Da ist die ISS ein guter Anfang. Ein ziemlich primitiver zwar, wenn man sich überlegt, wo man hin will. Aber immerhin ein Anfang.


Wenn ich allerdings den heutigen Stand der Technik mit dem meines geschätzten Perry Rhodan vergleiche, fürchte ich muss ich noch eine ganze Weile davon träumen in das All zu reisen. Ich denke dort oben sind noch Träume für viele Generationen verborgen.


Wünschen wir der Atlantis eine gute Reise und eine sichere Wiederkehr und sind gespannt, wie sich die Technik in den nächsten Jahren entwickelt. In diesem Sinne Ad Astra.